Mischkonsum Alkohol und Gras
19:50. Home, paar Leute, paar Bier – Abend auf entspannt. Irgendwer baut einen. Du kiffst nur selten, und heute kiffst du wenig. 1-2 Puff, 10 Minuten später kickt der Joint anders und du hängst überm Klo. Dein Kopf macht auf Breakdancer und dein Gesicht auf ungekochte Kartoffel. Dein rechter rechter Platz chillt hart, isst ne ganze Tüte Sourcreme Chips und erklärt seit acht Minuten, warum Pinguine Knie haben. Gleiches Ott. Gleicher Abend. Komplett anderer Film. What happened?
Hast du dich auch immer gefragt, wann die E-Funktion endlich ne Rolle in deinem Leben spielen wird? Jetzt ist es soweit – danke, Herr Klein. Alkohol und Cannabis existieren in deinem Körper nicht einfach so nebeneinanderher, die verstärken sich gegenseitig. Alkohol sorgt dafür, dass mehr THC in deinem Blut landet und derselbe Dübel brutaler dübelt. Eine wissenschaftliche Studie zeigt: Wer Alkohol und Cannabis mischt, kann bei derselben Menge Gras einen bis zu 60 Prozent höheren THC-Gehalt im Blut haben als ohne Alkohol. Gleiche Menge Weed, viel mehr THC im System. Und bevor du jetzt denkst: baba, 60 Prozent mehr high fürs gleiche Geld. Mehr THC heißt vor allem: Mehr Schwindel, mehr Übelkeit, Angst, Kontrollverlust oder Kreislaufprobleme. Und: höheres Risk für ein „Green Out“. Ein ziemlich passender Name für das Gefühl, wenn der Brokkoli zurückschlägt.
Bleibt die Frage: Warum führst du ein Krisengespräch mit der Kloschüssel, während Jessy auf Chill Chips knabbert? Weil du eben nicht Jessy bist. Körpergewicht, Gewöhnung, Essen, Schlaf, Stimmung, Medikamente, Stoffwechsel und psychische Belastungen mischen mit. Und sogar deine Gene – manche beeinflussen, wie empfindlich dein Gehirn auf THC reagiert, andere, wie schnell deine Leber es abbaut oder wie lange es wirkt. Deshalb kann dieselbe Menge Dope bei einer Person Kicherflash und Fresskick auslösen – und bei der nächsten Herzrasen, Panik und Übelkeit.
- Hartman, R. L., Brown, T. L., Milavetz, G., Spurgin, A., Gorelick, D. A., Gaffney, G., & Huestis, M. A. (2015). Controlled cannabis vaporizer administration: Blood and plasma cannabinoids with and without alcohol. Clinical Chemistry, 61(6), 850–869.
- Murphy, T., et al. (2021). Influence of Cannabinoid Receptor 1 Genetic Variants on the Subjective Effects of Smoked Cannabis. International Journal of Molecular Sciences, 22(14), 7388.
- Palmer, R. H. C., McGeary, J. E., Knopik, V. S., Bidwell, L. C., & Metrik, J. M. (2019). CNR1 and FAAH variation and affective states induced by marijuana smoking. The American Journal of Drug and Alcohol Abuse, 45(5), 514–526.
- Sachse-Seeboth, C., et al. (2009). Interindividual variation in the pharmacokinetics of Δ9-tetrahydrocannabinol as related to genetic polymorphisms in CYP2C9. Clinical Pharmacology & Therapeutics, 85(3), 273–276.
