10 Safer Use Tipps
Erstmal vorweg: Es heißt Safer Use, nicht Safe Use. Sicheren oder komplett risikofreien Drogenkonsum gibt‘s nicht – sorry. Safer Use heißt: Risiken kennen und reduzieren. Und hier kommen 10 Tipps, damit du weniger schnell abschmierst.
Grenzen setzen – und zwar vor dir selbst. Überleg dir vorher, wie viel du nimmst und wann du nach Hause gehst. Und lass die Jahresration zuhause. Was am Abend nicht in deiner Tasche ist, kannst du nachts nicht wegballern.
Schreib’s dir auf – wann, was und wie viel du genommen hast. Deine Notes-App hilft dir, den Überblick zu bewahren. So nimmst du nicht zu früh oder zu viel nach und im Notfall wissen die Sanitäter:innen, was zu tun ist.
Abwarten statt nachlegen: Nur weils noch nicht kickt, heißt das nicht, dass nichts mehr kommt. Mancher Stoff braucht länger als anderer. Vor allem, wenn du schluckst. Pillen, Bomben, Edibles und Gummies. Wer zu früh nachlegt, bestellt vielleicht die doppelte Portion Abriss und kann sie nicht mehr stornieren.
Und was, wenn’s schon gekickt hat und nachlässt? Runde zwei MDMA bringt oft nicht the Magic zurück, sondern vor allem die Side-Effects: Herzrasen, Überhitzung, Unruhe und Kreislaufstress. Aus ner Line Speed und Kokain wird schnell ein Clubtoiletten-Marathon, während Herz und Kreislauf Überstunden schieben. Und bei G wird Nachlegen besonders risky: Die Wirkung ist extrem dosisabhängig. Schon kleine Mengenunterschiede oder zu frühes Nachlegen können zu Bewusstlosigkeit, Atemproblemen und lebensgefährlichen Überdosierungen führen.
Next? Köper checken: Heiß? Schwindelig? Panisch? Dein Herz produziert seinen eigenen Techno-Track? Mach Pause. Raus aus Hitze und Lärm, hinsetzen, abkühlen, was alkoholfreies trinken, dem Körper Ruhe geben.
Aber: Nicht zu viel Wasser trinken. Während zu wenig Wasser im Club-Kontext meist das größere Problem ist, können literweise Wasser auf Ex dich umbringen. No Joke! Gerade auf Emma kann dein Körper Wasser schlechter wieder loswerden. Dann kippt das Verhältnis von Wasser und Salz in deinem Körper: das Gehirn schwillt an – Verwirrtheit, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit sind die Folge. Zu wenig ist scheiße. Zu viel leider auch. Also: Lieber kleine Schlucke statt “Ex oder Arschloch”.
What Else? Label your Shit! Aus Versehen Keta statt Koks geballert? K-Hole statt Höhenflug. Aus Versehen die Limo mit G erwischt? Blaulicht statt Strobo.
Die Line mit deinem letzten 5er ziehen? Scheiß-Idee. Auf dem Schein sitzen Bakterien, Pilze und die gesammelten Hinterlassenschaften hunderter Hände, Taschen, Theken und Böden. Keim- und Kaufkraft in einem. Und auch Ziehröhrchen, Pfeifen & Nadeln. sind nie Sharing-Material. Sonst geht im Worst Case mehr rum als nur das Röhrchen: von Herpes über Hepatitis C bis HIV. Zugegeben: Je nach Infektion ist das Übertragungsrisiko unterschiedlich und teilweise richtig gering – aber eben nicht gleich null.
Was du dagegen unbedingt teilen solltest, sind Teile! Teile teilen. Und da gilt: Achteln ist das neue Halbieren. Denn Europas Pillen kommen jetzt mit mehr Wumms: 2011 steckten im Schnitt noch 80 mg Molly in einer Pille. 2024 waren’s schon 150 bis 230. Und heute sind’s teilweise über 300. Der Bums hat sich verdoppelt bis verdreifacht. Während die Pille auf Boss-Level macht, chillt dein Kreislauf noch in der Basisversion. Deshalb: vorher checken lassen, klein anfangen, Wirkung abwarten.
Und: Pausen machen! Wer MDMA, LSD & Co. in zu kurzen Abständen nimmt, baut Toleranz auf. Heißt: Kaum bis keine Wirkung, dafür körperliche und psychische Belastung. Loose-Loose-Situation. Aber auch bei anderen Substanzen gilt: Wenn du immer mehr brauchst, ständig nachlegst oder ohne kaum noch schlafen, feiern oder funktionieren kannst, ist das kein Flex. Es ist ne Red Flag. Important Side Note: Nach ner Pause sinkt die Toleranz. Was vorher stanni war, kann jetzt krasser scheppern.
Letzter Tipp. Ihr wisst es. Und wir wissen, dass ihr es wisst. Unsere PR- und Rechtsabteilung will trotzdem, dass wir’s sagen. Deswegen nochmal für alle NPCs da draußen: Wer zieht, bufft, ballert bleibt weg vom Straßenverkehr. Kein Auto, E-Scooter oder Fahrrad. Auch dumm: Dächer, Balkone, Mauern oder wacklige Treppen-Stunts. Finger weg von Herd, Feuer und scharfen Gegenständen. Deep Dives nur beim Laberflash, nicht in Pools, Seen oder Badewannen.
Thank you for your attention and mind the gap.
- Cozorici, D., et al. (2022). Microbial contamination and survival rate on different types of banknotes. International Journal of Environmental Research and Public Health, 19(7), Art. 4310.
- Gedik, H., Voss, T. A., & Voss, A. (2013). Money and transmission of bacteria. Antimicrobial Resistance and Infection Control, 2(1), Art. 22.
- European Union Drugs Agency. MDMA — The current situation in Europe. In European Drug Report 2026.
