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Safer Use

Set und Setting

Dieselbe Person. Dieselbe Droge. Dieselbe Menge. Und trotzdem ballert’s heute drei Mal so krass wie letztes Wochenende. Warum? Weil Substanz auf Körper trifft und Chemie entsteht. Du bist du, aber heute anders als morgen. Was nach einer Erkenntnis auf LSD klingt ist basic Bio. Jeder Konsum trifft auf eine neue Version von dir, an einem anderen Ort, mit anderen Menschen, anderer Stimmung und anderem Gesamtzustand.

Das Set bist du. Bzw. alles, was du mitbringst. Und das Set meint deine Ausgangslage: Körper, Psyche, Erwartungen, Erfahrungen und aktuelle Belastung. Hast du geschlafen? Gegessen? Bist du krank, gestresst oder körperlich schon komplett durch? Hast du Anxiety, PMS, Liebeskummer oder nen emotionalen Höhenflug? All das kann beeinflussen, wie Substanzen wirken.

Und das Setting ist alles um dich herum. Ist es heiß, laut und voll? Kennst du die Menschen? Vertraust du ihnen? Gibt es einen Rückzugsort? Kommst du sicher nach Hause? Wissen vertraute Personen, was du genommen hast? Oder stehst du allein auf einem Festivalparkplatz, Akku bei zwei Prozent und deine Friends sind seit 40 Minuten „kurz Wasser holen“? All das wirkt sich auf deinen Trip aus. Good News: Das meiste kannst du beeinflussen.

Disclaimer: Gutes Setting hilft. Vertraute Leute helfen. Ein Plan hilft. Aber gute Vibes sind kein Gegengift. Zu viel bleibt zu viel, verunreinigt bleibt verunreinigt. Risky Mix bleibt risky Mix. Und Blaukraut bleibt Blaukraut.

Der Zyklus gehört zum Set dazu; er kann nicht nur deine Stimmung verändern, sondern auch wie viel Bock du auf Konsum hast und manchmal sogar, wie sich Substanzen anfühlen. Kurz vor oder während der Periode kann der Drang nach Nikotin, Alkohol oder anderen Substanzen stärker werden, vor allem wenn PMS oder PMDS richtig reinkickt und dein Gehirn deine Emotionen auf Mute drücken will. Aber deine Hormone beeinflussen nicht nur, was du willst, sondern auch wie es wirkt. Hormonschwankungen können die Effekte von Substanzen wie Speed oder Koks verändern. Und dann kommt noch der Period-Struggle dazu: Schmerzen, Müdigkeit, Kreislauf plus die Medikamente dagegen. Aber jetzt macht nicht auf Perioden-App gleich Drogenrechner – „Zyklustag zwölf, heute geht mehr“ ist keine Wissenschaft, sondern BS.

Übrigens: Andersrum kann Substanzkonsum auch deine Periode durcheinanderbringen. (Kleiner Service-Post für alle Baddies, die nach Zyklus verhüten.)

Quellen
  1. Joyce, K. M., et al. (2021). Addictive behaviors across the menstrual cycle: A systematic review. Archives of Women's Mental Health, 24, 529–542.
  2. Qurishi, R., et al. (2022). Premenstrual syndrome predicts alcohol craving in women with substance use disorders. Women & Health, 62(5), 430–438.
  3. Joyce, K. M., et al. (2021). The impact of depressed mood and coping motives on cannabis use quantity across the menstrual cycle in those with and without pre-menstrual dysphoric disorder. Addiction, 116, 2746–2758.
  4. Huskinson, S. L., & Kohtz, A. S. (2026). Endocrine modulation of stimulant use: Bidirectional interactions within the hypothalamic–pituitary–gonadal axis. Frontiers in Behavioral Neuroscience, 20, 1778346.
  5. Arunogiri, S., Crossin, R., Rizzo, D., Walker, L., Ridley, K., & Gurvich, C. (2021). A systematic review of the effect of ovarian sex hormones on stimulant use in females. Addiction Biology, 26(6), e13079.
  6. Cameron, R. S., Perono, G. A., Natale, C. D., Petrik, J. J., Holloway, A. C., & Hardy, D. B. (2025). The impact of cannabinoids on reproductive function. Reproduction, 169(5), e240369.