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Research Chemicals

Was ist Mephedron?

Mephedron, kurz Mephe aka 4-MMC, M-Cat oder Meow Meow, ist das bekannteste von aktuell rund 160 verschiedenen synthetischen Cathinonen – künstlich hergestellten Stimulanzien, die aufputschen wie eine Mischung aus Koks und MDMA. Der Boom kam mit Corona: Als Lieferketten für MDMA & Co. zusammenbrachen, lieferte der Markt stattdessen synthetische Cathinone – billiger, leichter herzustellen, schneller produziert.

Mephedron meint eigentlich 4-MMC. Oft handelt es sich aber bei dem, was als 4-MMC verkauft wird, gar nicht um diese Substanz – sondern um andere Stoffe wie 3-CMC, 4-CMC oder 2-MMC, mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Das macht den Konsum unberechenbarer, als viele denken.

Dr. Antonia Bendau – Psychologin, Charité

Synthetische Cathinone, wie Mephedron oder Monkey Dust. Das sind künstlich hergestellte Stimulanzien, die vor allem eins machen: aufputschen. Du hast schon mal von Badesalzen gehört und meinst nicht das Zeug für einen chilligen Abend zuhause? Das ist quasi der gleiche Shit – und den gibt’s schon seit Merkel Era. Der fette Boom kam aber erst ab Corona: In der Pandemie wurden nicht nur Klopapier, Hefe und Holz zur Mangelware, sondern auch die eine oder andere Partydroge. Deswegen ziehen sich Emily und Jakob im Berghain heute Zeug durch die Nase, das nach Katzenpisse stinkt und brennt wie sau. Für die, die’s nicht checken: Es geht um Mephe, der „neuen“ Party-Substanz im Techno-Capital. Aber was ist Mephedron und warum ballern das plötzlich alle?

Erstmal zur Pandemie: Vorläuferstoffe werden knapp, Lieferketten zerlegt, Grenzen dicht gemacht. Die Nachfrage ist da. Der Markt liefert. Aber nicht MDMA, sondern synthetische Cathinone. Die sind billiger, leichter herzustellen, schneller produziert und liefern genau den Rausch, den viele suchen.

Je nach Substanz wirken synthetische Cathinone wie Koks, wie MDMA oder wie ein Mix aus beidem. Du wirst wach. Euphorisch. Talkative. Jede:r wird zum Bestie, jede Idee genial, Montag ein Problem für Future You – und aus einer Corona-Notlösung einer der größten Drogen-Trends Europas.

Wir starten mit Mephedron, aber bleibt unbedingt bis zum Ende dran, da zeigen wir euch die Stoffe, vor denen Expert:innen gerade wirklich Angst haben und erklären, was es mit Nitazenen auf sich hat, Substanzen, die so potent sind, dass du schon von einem salzkorngroßen Krümel drauf gehen kannst.

Das bekannteste der aktuell ca. 160 verschiedenen synthetischen Cathinone ist Mephedron, kurz Mephe aka 4-MMC, M-Cat oder Meow Meow. Die Droge hat mehr Spitznamen als Capital Bra und streitet sich in Berlin um Platz eins aller illegalen Substanzen – Kopf an Kopf mit Kokain.

Aber wo „Mephe" draufsteht, ist längst nicht immer Mephe drin: 2024 waren mehr als zwei Drittel aller als Mephedron gelabelten Proben beim Drug-Checking falsch gelabelt – 300 von 422 enthielten was anderes. Zum Beispiel andere Cathinone wie 2-MMC, 4-CMC oder NEP – oft stärker und unberechenbarer.

Du denkst jetzt: Typisch Berlin? In der EU wurden 2024 fast 48 Tonnen synthetische Cathinone sichergestellt. Zum Vergleich: Von MDMA werden jährlich traurige zwei bis fünf Tonnen beschlagnahmt. Nur Koks und Cannabis übertreffen synthetische Cathinone noch.

Kleiner Sidefact: Du hast aufgepasst und checkst, warum Mephe auch Meow Meow genannt wird? Na, happy birthday! Für alle NPCs nochmal schwarz auf weiß: Das Zeug riecht nach Katzenklo und ist ein Cathinon, wie “Cat”.

Quellen
  1. European Union Drugs Agency (2026). New psychoactive substances: The current situation in Europe. In European Drug Report 2026: Trends and developments.
  2. United Nations Office on Drugs and Crime (2022). Large seizures of synthetic cathinones in Europe reflect their growing importance on the illicit stimulants market. UNODC Early Warning Advisory on NPS.
  3. European Union Drugs Agency (2026). Synthetische Cathinone: Drogenprofil.
  4. Baumann, M. H., et al. (2013). Powerful cocaine-like actions of 3,4-methylenedioxypyrovalerone (MDPV), a principal constituent of psychoactive "bath salts" products. Neuropsychopharmacology, 38(4), 552–562.
  5. European Union Drugs Agency & Europol (2026). Synthetic cathinones. In EU drug market: New psychoactive substances — Distribution and supply in Europe.
  6. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction & Europol (2020). EU drug markets: Impact of COVID-19.
  7. Papaseit, E., et al. (2016). Human pharmacology of mephedrone in comparison with MDMA. Neuropsychopharmacology, 41(11), 2704–2713.
  8. Kehr, J., et al. (2011). Mephedrone, compared with MDMA (ecstasy) and amphetamine, rapidly increases both dopamine and 5-HT levels in nucleus accumbens of awake rats. British Journal of Pharmacology, 164(8), 1949–1958.
  9. Olderbak, S., Hollweck, R., Krowartz, E.-M., Möckl, J., & Hoch, E. (2025). Psychoactive substance use in Germany: Findings from the Epidemiological Survey of Substance Abuse (ESA) in 2024. Deutsches Ärzteblatt International, 122, 625–631.
  10. Charité – Universitätsmedizin Berlin, & Landesstelle Berlin für Suchtfragen. (2024). Evaluationsbericht Drug-Checking in Berlin. Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.
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  12. European Union Drugs Agency. (2026). Synthetic stimulants: The current situation in Europe. In European Drug Report 2026: Trends and developments.
  13. European Union Drugs Agency (2024, 2025, 2026). MDMA: The current situation in Europe. In European Drug Report [Jahrgänge 2024, 2025 und 2026].
  14. Generalzolldirektion. (2025). Jahresstatistik 2024 der Zollverwaltung. Bundesministerium der Finanzen.